[ romani ] Projekt

Romani

Strukturell gesehen ist das Romani ein heterogenes Varietätenbündel mit einem homogenen Kern. Die Homogenität des Romani manifestiert sich in erster Linie in der Morphologie und im Lexikon. So ist beispielsweise die Nominaldeklination nicht nur in allen Varietäten gleich, sie entspricht auch der neu-indo-arischer Sprachen und ist somit primäres Kriterium für die genetische Zuordnung. Des weiteren enthalten alle Varietäten eine Auswahl an Lexemen aus einem gemeinsamen Basisvokabular, das sich aus vor-europäischen Wurzeln aus dem Indo-Arischen, Iranischen, Armenischen und Byzantinisch-Griechischen zusammensetzt.

Einleitung

Romanes und Romani sind die Allgemeinbezeichnungen für die Sprache der Roma, Sinti, Kale und aller anderen europäischen Bevölkerungsgruppen, die eine indische bzw. indo-arische Sprache sprechen oder gesprochen haben und die häufig unter der meist pejorativ verwendeten Bezeichnung "Zigeuner" zusammengefasst werden.

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Lexikon

Das Lexikon des Romani besteht aus mehreren Schichten, die sich in zwei Hauptteile gruppieren lassen, den voreuropäischen und den europäischen Teil des Lexikons. Die sogenannten indischen "Ursprungswörter" und die "frühen bzw. älteren" Entlehnungen aus dem Persischen, Armenischen und Byzantinisch-Griechischen bilden den voreuropäischen Wortschatz.

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Phonologie

Der Lautbestand des Romani unterscheidet sich nur unwesentlich von dem anderer Sprachen Europas, die ja in der überwiegenden Mehrzahl ebenfalls der indoeuropäischen Sprachfamilie angehören. Nur die bedeutungsunterscheidende Funktion der aspirierten stimmlosen Verschlusslaute /ph, th, kh/ findet sich in kaum einer anderen europäischen Sprache.

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Morphologie

Die Morphologie des Romani ist – wie in den meisten anderern dominierten Sprachen, deren bilinguale Sprechergemeinschaften unter starkem Assimilationsdruck stehen – der stabilste Bereich.

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Syntax

Im Gegensatz zu neu-indo-arischen Sprachen mit Verbendstellung bzw. SOV-Stellung im sogenannten neutralen Aussagesatz hat das Romani grundsätzlich (S)VO-Stellung.

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Dialektologie

Grundsätzlich mag es als Widerspruch erscheinen, eine non-territoriale Sprache wie das Romani in Dialekte zu untergliedern, deren Definition unter anderem nach territorialen Kriterien erfolgt. Der Umstand, dass man dem Romani im Gegensatz zu indigenen europäischen Sprachen wie dem Bretonischen, Sorbischen, Friesischen etc., auf deren Charakteristika die allgemeine Definition von "Minderheitensprache" basiert, keine klar definierten Verbreitungsgebiete innerhalb der Staaten Europas zuordnen kann, schließt jedoch Territorialität als Bestimmungskriterium nicht aus.

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Soziolinguistik

Die soziolinguistische Situation des Romani ist Resultat bzw. Reflex des soziopolitischen Status und der soziokulturellen Situation seiner Sprecher.

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Literatur

Abkürzungsverzeichnis